Osteopathie bei Migräne: Manuelle Therapie gegen chronische Kopfschmerzen


Wer von Migräne betroffen ist und regelmässig unter heftig pochenden, ziehenden oder stechenden Kopfschmerzen leiden muss, die plötzlich und oft einseitig auftreten, ist im Alltag oft stark eingeschränkt. Dazu kommen nicht selten lästige begleitende Symptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Licht-, Geruchs- und Geräuschempfindlichkeit. In extremen Fällen können auch Schwindel und sogar Sehstörungen auftreten. Die chronischen Anfälle belasten Patienten und Patientinnen meistens über Jahre, und beginnen oft schon im kindlichen oder jugendlichen Alter, ohne, dass eine signifikante Linderung der Schmerzen im Erwachsenenalter erreicht wird. Die Beeinträchtigung ist enorm. Viele greifen aus Verzweiflung zu starken Schmerzmitteln und sind belastet durch die dauerhafte Suche nach Ursachen. Dabei gibt es Hoffnung: Osteopathie bei Migräne-Geplagten kann relativ zügig, dafür aber langfristig positive Effekte erzielen. Gleich mehrere wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen den Erfolg einer osteopathischen Behandlung bei Migräne.

 

 

Osteopathie gegen Kopfschmerzen: Studie beweist Erfolg bei chronischen Patienten

 

Die Osteopathie behandelt den gesamten menschlichen Körper als Einheit aus Bewegungsapparat, Organen und Gewebe, mitsamt dem Blutkreislauf und den muskulär-faszialen Strukturen. Die Osteopathie ist eine manuelle Behandlung, das heisst, es wird auf medizinische Instrumente, Spritzen und Medikamente verzichtet. Im Fokus der osteopathischen Behandlung stehen nicht die Symptome, sondern die Selbstheilungskräfte der Patienten. Diese werden durch sanfte, aber gezielte Handgriffe des Osteopathen mobilisiert. Ausserdem wird die Durchblutung angeregt, um Schadstoffe aus der Blutbahn zu leiten.

Diese ganzheitliche Herangehensweise hat in der Vergangenheit schon einschlagenden Erfolg bei Patienten und Patientinnen gezeigt, die unter Migräne leiden:

  • In einer Studie aus dem Jahre 2009 wurde herausgefunden, dass eine osteopathische Behandlung Kindern und Jugendlichen mit Migräne hilft. 28 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 15 Jahren wurden untersucht. Bei der Gruppe, die vier osteopathische Behandlungen innerhalb von 12 Wochen erhielt, verringerte sich die Dauer, Häufigkeit und Intensität der Migräne deutlich im Vergleich zu der unbehandelten Gruppe - auch sechs Monate nach Ende der Behandlung. Falls das Ihr Interesse weckt: Unsere Praxis bietet als Spezialdisziplin der Osteopathie auch Kinderosteopathie an. 
  • 2012 nahmen an einer weiteren Studie 70 Patienten (11 männlich, 59 weiblich) zwischen 19 und 62 Jahren teil. In der Osteopathie-Gruppe sank die Anzahl der Migräne-Tage um 52 Prozent, die Intensität der Kopfschmerzen verringerte sich um 33 Prozent und die Dauer der Anfälle reduzierte sich um 35 Prozent. Vier osteopathische Behandlungen über einen Zeitraum von acht Wochen führten zu statistisch signifikanten und klinisch relevanten Verbesserungen der Symptome und der Medikamentenverbrauch sank ebenfalls ab.
  • Auch italienische Wissenschaftler sind 2016 in einer Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass eine osteopathische Behandlung sowohl die Intensität der Kopfschmerzen, als auch die Häufigkeit der auftretenden Migräne deutlich verringert. Dafür wurden 105 Patienten zwischen 18 und 60 Jahren mit der Diagnose chronische Migräne stationär aufgenommen und sechs Monate lang erstmals mit Osteopathie behandelt. Die Gruppe, die sich ohne Medikamente einer osteopathischen Behandlung unterzogen hatte, reduzierte ihre Kopfschmerzen im Vergleich zur der Gruppe, die rein medikamentös behandelt wurde, um 8,4 Punkte. Die durchschnittliche Anzahl der Tage, an denen die Migräne präsent war, verringerte sich bei der Osteopathie-Gruppe von 22,5 Tage im Monat auf 1,2 Tage am Ende der Behandlung.

 

Osteopathie gegen Migräne-Beschwerden kann helfen, die unangenehmen Spannungskopfschmerzen sanft und langfristig einzudämmen.

 

 

Ursachen für Migräne, bei denen unsere osteopathische Behandlung helfen kann

 

Die Ursachen für eine Migräne, ist nicht immer einfach zu finden und auch noch nicht entgültig geklärt. Oft lösen mehrere komplexe Faktoren und Einflüsse eine Migräne aus. Da die Osteopathie-Therapeuten den Körper ganzheitlich untersuchen, ist die Chance aber gut, dass ein Behandlungsansatz gefunden wird. In unserer Praxis für osteopathische Medizin in Liestal finden wir bei einer ausführlichen Anamnese gerne gemeinsam mit Ihnen heraus, wie Ihre Migräne womöglich ausgelöst wird.

Eine Stelle im Körper ist diesbezüglich besonders anfällig für Störungen - die Wirbelsäule. Die gute Nachricht: Eine Beeinträchtigung der Skelettstruktur kann ein Osteopath gut behandeln.

 

Ein Osteopath kann folgende Ursachen für Migräne positiv beeinflussen oder ganz beheben:

  • Spannungsveränderungen in der Halswirbel und der Brustwirbelsäule können zu einer unzureichenden Durchblutung der Lumenverkleinerung der Wirbelarterie (Arteria vertebralis) führen. Diese Arterie ist zuständig für die Blutversorgung des Gehirns. Die Mangeldurchblutung beeinflusst wiederum die Organe und kann zu Insuffizienzen bei Ohr und Auge führen. Durch Störungen in diesem Bereich der Wirbelsäule kann eine Migräne erstehen.
  • Eine gestörte Kopfdurchblutung und das gehemmte Zirkulieren der Gehirnflüssigkeit (Liquor) hat aus osteopathischer Sicht einen starken Einfluss bei der Entstehung einer Migräne.
  • Selbst wenn es Probleme im oberen Teil der Wirbelsäule gibt, kann die dem zugrunde liegende Ursache ein Beckenschiefstand sein. Dieser führt nicht selten zu Folgebeschwerden. Eine Beeinträchtigung im Beckenbereich kann zu starken Kopfschmerzen führen.
  • Auch der Kiefer sollte nicht als Ursprungsort für Migräne unterschätzt werden. Zähne, Kieferknochen und Kiefergelenk können verschoben sein, Muskeln verspannt und Nervenbahnen belastet. Auch hier kann ein Osteopath positiven Einfluss nehmen.

Wenn Sie sich für eine professionelle Behandlung Ihrer Migräne durch Osteopathie interessieren oder Fragen zur Osteopathie haben, wenden Sie sich bitte an uns. Wir kümmern uns gerne um Ihre Gesundheit.